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Kaffee – der Wein des Islam
Viele Legenden ranken sich um die Entdeckung der belebenden Wirkung der Kaffeebohne, die zunächst die Tiere, welche den Strauch und seine kirschähnlichen, roten und gelben Früchte anknabberten, munter machten, bevor ihre Hirten die Bohnen selbst kosteten.
Einzig als Handlungsort wird immer die Region Kaffa im abessinischen Hochland des ostafrikanischen Landes Äthiopien genannt, wo das Getränk aus den Bohnen der Kaffeefrüchte schon um 900 bis 1000 nach Christus verbreitet war. Vermutlich erhielt Kaffee auch seinen Namen aufgrund des Ursprungsgebietes, wobei es auch möglich ist, dass sich der Begriff vom altarabischen Wort „gahwah“ ableitet, welches auch Wein bedeutet. Weil jedoch Wein zu den im Muslimischen Glauben verbotenen Genussmitteln gehört, fanden die Muslime eine sehr gute Alternative im Kaffee, dessen anregende Wirkung, der berauschenden des Weins nahe kam.
Zur Kultur des Kaffeestrauches fanden die Araber jedoch erst im 11. Jahrhundert, als sie begannen, die Pflanze auf den künstlich bewässerten Küstenhängen des Roten Meeres anzubauen. Zu jener Zeit wurde Kaffee, allerdings unter der Bezeichnung „Bunchum“, auch erstmalig in den Schriften des Heilkundigen und Philosophen Ibn Sina, bekannt als Avicenna, erwähnt.
Vermutlich im 14. Jahrhundert gelangte die Kaffeepflanze über das rote Meer nach Arabien. Erwähnt wird als erster Araber, der im Jahr 1454 erste Pflanzen mit Samen aus Abessinien kultiviert haben soll, ein Scheich namens Gemaleddin. Im Jahr 1587 entstand ein arabisches Manuskript von einem Araber namens Abd-al-Kafir, das sich mit dem Kaffeeverbrauch beschäftigte. Über die, von vielen islamischen Pilgern mit religiösem Hintergrund besuchten Städte Mekka und Medina, verbreitete sich der Kaffee über ganz Arabien. Mit der Lehre des Propheten Mohammed, übernahmen die Türken auch den Kaffee von den Arabern, als sie Teile davon eroberten und 1517 sogar Mekka und Medina einnahmen. 1554 wurde das erste Kaffeehaus in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul eröffnet und es folgten ihm viele weitere, welche zu Orten der Kultur wurden, wo Geschichtenerzähler für Unterhaltung sorgten. Der Export aus der Türkei begann im Jahr 1630, als die erste Schiffsladung mit Kaffee Venedig erreichte. 15 Jahre später wurde das erste Kaffeehaus am Markusplatz in Venedig eröffnet. Es folgten im Lauf der nächsten 30 Jahre England, Frankreich und die Niederlande. In Deutschland wurde die Hansestadt Bremen im Jahr 1673 zum Vorreiter der Kaffeehäuser. Allerdings war das aromatische Heißgetränk zunächst nur den Reichen vorbehalten. Nachdem jedoch der Kaffee günstiger wurde und somit auch den weniger gut betuchten Gesellschaftsschichten zugänglich geworden war, trafen sich die Bürger, um beim Kaffeetrinken über die Auswirkungen der Politik auf das Land zu diskutieren, was den Herrschenden nicht gefiel, denn die anregende Wirkung schien das Volk aufrührerischen Gedanken näher zu bringen. So wurde Kaffee 1768 vom Preußenkönig Friedrich der Große verboten, aber wieder erlaubt, als man die wichtige Handelsware Kaffee mit Steuern und Einfuhrzöllen belegte und damit den Staatsschatz vergrößerte. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelang es den Niederländern das Monopol von Äthiopien und Jemen als einzige Kaffeelieferanten zu brechen und Kaffeepflanzen auf der zu niederländisch Indien gehörende Insel Java zu kultivieren. Der Kaffeeanbau wurde kurz danach auch auf Karibischen Inseln, Mittelamerika und Brasilien ausgeweitet.
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